Jun 10 2010
Verschiedene Meditationsformen
Betrachtet man die Geschichte der Meditation, dann fällt auf, dass es in jeder Kultur unterschiedliche Formen der Meditation gibt. Gemeinsamkeiten scheint es auf den ersten Blick eigentlich kaum oder gar keine zu geben; eher ganz im Gegenteil. Denn immerhin reicht doch das Spektrum an unterschiedlichen Formen der Meditation von Schweigemeditationen, wie sie z. B. mehrere katholische Orden durchführen über die körperaktiven Meditationen, wie sie im Yoga vorkommen bis hin zu dynamischen Meditationen, die vom Religionsanarcho Osho bekannt gemacht wurden. Und mehr noch: Meditation wird manchmal auch genutzt, um ganz konkrete Effekte zu erzielen, zum Beispiel um Liebeskummer (Ein Beispiel: hier) zu überwinden! Im folgenden Text gibt es daher einen Überblick über gebräuchliche Formen der Meditation.
- Schweigemeditation: Diese Form der Medtiation ist heute auch unter dem Namen “Schweigeretreat” anzutreffen. Sie wird in mehreren, unterschiedlichen Kulturen praktiziert. In Europa ist es vor allem die katholische Kirche, die auf eine lange Tradition von Schweigemeditationen zurückblicken kann. Dabei gibt es unterschiedliche Formen des meditativen Schweigens: Vom tageweisen, organisierten Schweigen bis hin zum lebenslangen Schweigen, wie es z. B. die Kartäuser praktizieren. In fernöstlichen Religionen ist das bewußte Schweigen allerdings gleichfalls üblich. Im Hinduismus etwa, kann Schweigen von seiner rituellen Form (Manau) bis hin zum radikalen Verzicht auf jegliche Form der Kommunikation (Kastha Mauna) ausgeübt werden. Bei dieser radikalten Variante werden selbst geschriebene Nachrichten, Gesten, Handzeichen oder Mimik abgelehnt.
Köperliche Meditationen:
Körperliche Meditationen finden wir z. B sehr massiv im Yoga. Denn in Indien dient Yoga – anders als im Westen – kaum der Fitness, sondern vollständig der Erleuchtung. Dass die einzelnen Asanas (Übungen) auch auf der körperlichen Ebene Vorteile haben, ist für einen echten Yogi allenfalls erfreulich. Für ihn steht bei den oftmals komplexen Dehnungsübungen vielmehr das Ziel der Erleuchtung, das Beherrschen der Triebe und die Stille der Gedanken im Vordergrund.
Mantras:
Bei dieser Form der Meditation wird ein Satz – oder Bruchstücke eines Satzes – immer wiederholt. Auch die ständige Wiederholung hat ihre meditativen Seiten und verbannt nach und nach die Gedanken, die sich langsam aus dem Gehirn zurückziehen. Berühnte Mantras sind beispielsweise das “Om” in der hinduistischen Tradition oder das “Namu Myōhō Renge Kyō” im Buddhismus Nichiren Daishonins. Bei letzterem besteht sogar der größte Teil der religiösen Aktivitäten im rezitieren des betreffenden Mantras.
Dynamische Meditationen:
Osho – früher auch als Bhagwan bekannt – hat diese Form der Meditation erstmals praktiziert. Seiner Meinung nach ist es für moderne, westliche Menshen, die ihr ganzes Leben lang aktiv und gestresst sind, nicht möglich erfolgreich zu meditieren, solange die Meditation ein komplettes “in sich zurückziehen” bedeutet. In der dynamischen Meditation werden daher über mehrere aktive Vorstufen (Schreien, Tanzen etc.) die Körperenergien auf die abschließende Stille Meditation vorbereitet. Die Dynamische Meditation, die nach einer eigens für diesen Anlass komponierten Musik durchgeführt wird, ist die bekannteste Osho-Meditation. Dennoch gibt es viele andere Meditationen, die von Bhagwan populär gemacht wurden, die gleichfalls dynamischen Charakter haben.

